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Paten 01/2020 Bedürfnisse!? Orientiert am Kindeswohl.

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Beschreibung

Paten 2020-01 Bedürfnisse!? Orientiert am Kindeswohl.

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

zum einen gibt es den Wunsch oder das Verlangen nach etwas, was man dringend benötigt, zum Beispiel ein Bedürfnis nach Ruhe, nach einer Auszeit. Ein anderes Bedürfnis kann auch absolut (Über-) Lebensnotwendig sein, so wie man eben die Luft zum Atmen braucht, oder das Essen und Trinken, oder in Form von Zuneigung, Nähe, Liebe, oder Aufmerksamkeit. Andere Kinder/Jugendliche hingegen haben aufgrund bisheriger Erfahrungen eher ein Bedürfnis nach körperlicher Distanz, danach nicht übergriffig berührt oder angefasst zu werden. Ein weiteres natürliches Bedürfnis ist das nach körperlicher Unversehrtheit.

Interessant ist hier die Unterteilung und Auflistung die Manfred Max-Neef, ein chilenischer Ökonom mit deutscher Herkunft, schon in den neunziger Jahren entwickelte und als Modell menschlicher Grundbedürfnisse vorgenommen hat. Er unterteilt sie in verschiedene Bereiche ein. Zum einen die Bedürfnisse nach Dingen die absolut notwendig fürs Überleben und die Lebenserhaltung sind, wie das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit, nach Zuneigung, Zuwendung und Liebe.

Im weiteren das Bedürfnis danach zu verstehen und Verständnis zu erhalten, sowie das Bedürfnis danach an etwas teilnehmen und Teilhaben zu dürfen. Der Wunsch nach Müßiggang, so wie unsere Jugendlichen heute sagen, „zu chillen“, gilt ebenso als ein Bedürfnis. Der Wunsch nach Kreativität, etwas so zu erschaffen um sich zu finden, sich selber zu verwirklichen zählen genauso dazu wie der Wunsch nach Identität, oder dem Bedürfnis danach sich einfach abzugrenzen, sich den anderen gegenüber zu behaupten und sich weiterzuentwickeln. Zu guter Letzt auch das (Grund-) Bedürfnis nach Freiheit, Freiraum, Autonomie – und Gleichberechtigung.

Viele Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich. Je nach der individuellen Vergangenheit, der gesundheitlichen Konstitution, dem Päckchen was der jeweilige junge Mensch mitbringt.

Genau so individuell sind die notwendigen Lösungsstrategien, die Maßnahmen die es hier benötigt werden um beispielsweise mit, an bestehenden Ängsten zu arbeiten, oder daran die vielfältigen Grundbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, die sich zeitlich am Lebensalter der Kinder/Jugendlichen orientiert verändern, zu beobachten, wahrzunehmen und möglichst zu erfüllen.

Denn eines ist uns wichtig, sollte uns allen wichtig sein: Diese jungen Menschen möglichst gestärkt, ja möglichst autark in die Welt von Morgen zu entlassen.

Wir wünschen uns hier für die Zukunft, dass wir Erwachsene – alle Beteiligten – ein Stückchen weit von unseren Vorschriften absehen und die kindlichen, jugendlichen, individuellen Bedürfnisse der jungen Menschen mehr in den Fokus rücken. Für die beteiligten Kinder/Jugendlichen können diese Akzeptanz, dieser Respekt schon kleine Wunder sein. Haben Sie Mut, lassen Sie uns das doch einmal versuchen….

viel Freude beim Lesen wünschen Ihnen

Ihre Susanne Schumann-Kessner & Ihr Dirk Müller

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